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Die Schmiedefamilie Koumama

Die Touareg

Die Schreibweise touareg ist die französische und die gebräuchlichste. Der Einfachheit halber benutzen wir aber hier die deutsche Version.       "  TUAREG  "

Tuareg Reiter auf Kamel

Von allen Sahara-Bewohnern sind die berberischen Tuareg am bekanntesten geworden.

Als berühmte Krieger, gefürchtete Räuber, Helden und Dichter, verklärt von romantisierenden Darstellungen, gelten die " Ritter der Wüste " vielen Europäern als die Wüstenbewohner schlechthin.

Die geheimnisvoll wirkende Gesichtsverschleierung der Männer, die Bewaffnung mit den langen Schwertern und ihre weissen Reitkamele haben wesentlich zu ihrem Ruf beigetragen.

Die Tuareg sind eine in der westlichen Sahara lebende Nomadengruppe. Sie gliedern sich in verschiedene Untergruppen. Die heutigen Haupt-Siedlungsgebiete sind :

Algerien : Die Gebirgsregionen Hoggar und Tassili

Mali       :  Das nördliche Mali mit Zentrum Timbuktu

Niger     :  Der Nordwesten des Landes,  sowie das Air-Gebirge.

Die Tuareg sind autonome Bewohner der Sahara und stammen direkt von den alten berberischen Libyern ab. Ihre Sprache ist das Tamaschek, eine Berbersprache mit eigener Schrift, dem Tiffinagh.

Die frühen Tuareg-Stämme breiteten sich im Verlauf des ersten vorchristlichen Jahrtausends in der Sahara aus, später drangen sie immer weiter nach Süden in die Sahelzone vor und eroberten auch Gebiete südlich des Niger. Die Ursprünge der Stadt Timbuktu am Rande der Sahara gehen auf eine Siedlung der Tuareg zurück.

Die Tuareg selber nennen sich Imuhar oder Imajeren, das heisst " Freie " oder " Unabhängige ". Eine matriachale Gesellschaftsordnung trotz der Zugehörigkeit zum muslimischen Glauben ist ein Indiz für ihre alt-lybische Herkunft. Unter Matriachat darf hier allerdings nicht " Frauenherrschaft " verstanden werden. Die Kinder gehören dem Stamm und der sozialen Schicht der Mutter an.  

                                    Tuareg Nomadin 

Tuareg  - Frau an einem Brunnen Nähe Grenze Algerien - Niger

Die Frauen haben einen hohen Status und eigenen Besitz, der jenen des Ehemannes oft weit übertrifft. Sie bewahren die Traditionen, haben grossen Anteil an der hochentwickelten Dichtkunst und spielen die imzad, eine Violine. Die Frauen veranstalten literarisch-musikalische Zusammenkünfte, deren erotische Komponente grosse Anziehungskraft auf die jungen Tuareg ausübt. Alle Personen die nicht ehelich gebunden sind, haben völlige sexuelle Freiheit. 

Die Gesellschaft der Tuareg war feudal-hierarchisch strukturiert und in vier sozialen Schichten gegliedert :

1.. Adelige        

 Sie betreiben das Kriegshandwerk und besitzen grosse Viehherden.

2.  Freie           

  Sie sind den  Adligen verpflichtete Vasallen, die Viehzucht betreiben.

3.  Sklaven      

 ( Iklan )  Sie betrieben für Ihre Herren Ackerbau und Viehzucht und waren für alle anfallenden Hausarbeiten zuständig. Verarmung der Adligen und Dürrekatastrophen führten dazu, dass die Iklan in die Unabhängigkeit entlassen wurden.

4. Schmiede     

Sie sind für die Herstellung der gesamten Palette der Materialien der Tuareg zuständig. Ihre handwerkliche Tätigkeit, die Transformation von Materialien, die Beherrschung des Feuers, umgibt sie mit dem Nimbus der Magie. Sie sind daher  auch für die Durchführung wichtiger ritueller Handlungen im Leben der Tuareg zuständig, wie die Kindstaufe und die Beschneidung.  

                      Tuareg Schmied 

Tuareg - Schmied bei der Arbeit mit einfachsten Hilfsmitteln

Zur Herstellung ihrer qualitativ hochwertigen Produkte kommen die Tuareg- Schmiede mit erstaunlich einfachen und wenigen Werkzeugen aus. Hierzu zählen vor allem ein aus zwei Ziegenbälgen bestehender Blasebalg, ein Holzkohlefeuer, ein bis zwei Ambosse, verschiedene Hämmer, Feilen, Punzen und Gravierstichel.

Ausgangspunkt vieler Tuareg-Schmuckstücke bildet ein Gussrohling, der in der Technik der  verlorenen Form   hergestellt wird. Hierbei wird zunächst von Hand ein Wachsmodell des herzustellenden Stücks angefertigt und anschliessend mit Lehm ummantelt. Ist diese Lehmform getrocknet, wird sie über dem Holzkohlenfeuer erhitzt, um das darin befindliche Wachs auszuschmelzen. Zurück bleibt ein Hohlraum von genau der Form des Wachsmodells. In diesen wird nun geschmolzenes Silber gegossen . Nach dem Erkalten wird die Form zerschlagen, um den Gussrohling zu entnehmen und weiter zu bearbeiten. Unebenheiten und Gusskanal werden mit Feilen beseitigt, mit Punzen und Stichel die Ornamente angefertigt. Alle Tuareg-Kreuze und Kleinskulpturen werden in dieser,Technik hergestellt.

Gussrohlinge der traditionellen Armreifen mit Kugelenden werden im Sandgussverfahren hergestellt. Hierzu wird ein Holzmodell in feuchten Sand gedrückt, der anschliessend als Gussform dient. Der gegossenen Rohform wird anschliessend durch Schmieden ihre endgültige Form gegeben. Muster werden punziert und graviert.

Andere Schmuckstücke, wie z.B. Kettenglieder, werden in reiner Schmiedetechnik mit Hammer und Amboss aus Silberstangen gefertigt

Der traditionelle Silberschmuck der Tuareg erfüllt verschiedene Funktionen zugleich. Zum einen dient er natürlich der Zierde und Wertanlage, zum anderen verdeutlicht er die soziale Position seines Trägers. In entlegenen Regionen dient er noch heute bisweilen als Zahlungsmittel für Lebensmittel und Dinge des alltäglichen Bedarfs.

Schmuck dient aber auch als Talismann oder magisches Schutzsymbol.

Wichtig ist dabei die Auswahl und Kombination der verwendeten Materialien, sowie die eingravierten Muster und Symbole.                         

Die Tuaregschmiede verwenden in der Hauptsache Silber, Kupfer und Messing. Diese Materialien schützen den Träger. Da Gold als Unglücksbringer angesehen wird, wird es bei der traditionellen Schmuckherstellung nicht verwendet.

Die meisten für Touristen hergestellten Kreuze ( welche man zum Beispiel in Marokko oder Tunesien, aber auch auf deutschen Märkten, angeboten bekommt ) sind aus eingeschmolzenen Nigerianischen Münzen mit sehr geringem Silberanteil gefertigt. 

Unser Tuaregschmied verwendet ausschliesslich Silber 925 bzw. je nach Art des Schmuckstücks sogar Silber 999.

 

Die bekanntesten Schmuckstücke der Tuareg sind ihre Amulette.

Von den Europäern werden sie gerne "Kreuz von Agadez", oder „ Kreuz des Südens „ genannt.  Eine Bezeichnung die von den Franzosen eingeführt wurde.

Die Tuareg nennen es tasagalt. Ursprünglich dürfte das tasagalt ein Männerschmuck gewesen sein, den der Vater seinem Sohn übergab, sobald dieser das Heiratsalter erreicht hatte. Seit längerer Zeit wird es jedoch auch von den Frauen als Brustanhänger oder als Ohrring getragen.

über die Bedeutung der “ Tuareg-Kreuze “ gibt es unterschiedliche Meinungen. Vom Symbol des männlichen Geschlechts, der Himmelsrichtungen, des Sattelknaufs bis zur ägyptischen Hieroglyphe reichen die Deutungen.

Aus dem berühmten Streit der Gelehrten hat sich anscheinend folgendes herauskristallisiert :

All diese Namen finden sich auf einem vom Handwerkszentrum des Nationalmuseums in Niamey herausgegebenen Tableau mit den 21 Kreuzen des NIGER.  

Sie finden die Bezeichnungen auf der Katalogseite         Kreuze und Anhänger      in der vergrösserten Darstellung  

 

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